Around the world

Der zweite und zugleich letzte Stop unserer USA-Reise war Chicago – Heimat der Bulls und von Barack Obama. Nach unserer Ankunft in der „Windy City“ waren wir zunächst auf unser Apartment im Stadtteil Wicker Park/Bucktown gespannt. Im Vergleich zu New York bekommt man hier für die Hälfte des Geldes die doppelte Wohnfläche, wobei Bob, der Vater unseres Vermieters, nur meinte, dass unsere Wohnung für Chicagoer Verhältnisse recht klein sei. Also wir sahen das nach Manhattan irgendwie anders.

Wicker Park gefiel uns auf Anhieb wirklich gut. Es ist ein junges, kreatives Viertel mit vielen Bars, Restaurants und kleinen Shops. Außerdem scheint jeder hier tätowiert zu sein, was ja schon mal nichts Schlechtes ist (aber echt gute Tattoos und keine hässlichen Tribals oder Arschgeweihe). Außerdem sahen wir viele Hundebesitzer und noch mehr Kinderwagen – das Kreuzberg von Chicago, hehe.

Geht man die Milwaukee Avenue Richtung Süden, so kommt man gleich an mehreren coolen Läden vorbei. Darunter sind auch viele Sneaker Shops wie „Saint Alfred„, dem vielleicht bekanntesten der Stadt. Dort riecht es nicht nur extrem gut, auch die ganze Mannschaft scheint wirklich Sneaker-verrückt. Wir konnten es gar nicht glauben, aber als wir zum ersten Mal den Shop betraten, lachte uns noch der Bape x Undftd x Adidas consortium Campus an. Und das sogar in Danielas Größe bzw. nur eine halbe Size größer, was für den Preis von 130 Dollar mehr als ok war. Ich habe mir ein schickes Shirt mit Saint Alfred-Schriftzug geholt, auch hier war der Preis sehr fair. Was uns außerdem auffiel: Mit den Jungs und Mädels kamen wir gleich ins Gespräch über Sneaker, Releases und Germany. So muss ein Laden sein. Im Sale gab es sogar recht neue Flyknit Lunars für 96 Dollar und andere Nike-Schätze.

Nur wenige Blocks weiter trifft man schon auf den nächsten Sneaker-Store. Hinter dem etwas seltsamen Namen „Diana Shoes“ verbirgt sich echt eine Menge nettes Zeug. Alle vier CW des Roshe Dyn Flywire hatte der Shop auf Lager, dazu über ein Dutzend Air Max 1, 90 und 95. Ich hatte nicht erwartet, hier bereits den 95er aus dem „Beaches of Rio“-Pack zu finden. Der Schuh ist der Knaller, das muss selbst Daniela zugeben, die das Modell eigentlich nicht besonders mag. Im Gegensatz zu den anderen des Packs ist der CW auch eher dezent. Die On-Feet-Bilder geben hoffentlich einen Eindruck von diesem erstklassigen Sommerschuh, den ich gleich anbehalten wollte. Auch Jordan-Fans dürften von Diana Shoes nicht enttäuscht sein. Und was sich so in der Sale-Ecke versteckte, war mehr als nur einen Blick wert.

Weiter auf der Milwaukee Avenue liefen wir auf einen Laden zu, der sich „Belmont Army“ nannte. Neben Militärklamotten, Bundeswehrjacken und Vintage-Sachen führte der Shop auch eine große Auswahl an Stance-Socken. Dass wir diese mindestens so sehr wie unsere Schuhe lieben, ist kein Geheimnis. Und es gab das gesamte Roshe-Sortiment, das man sich vorstellen kann. Unglaublich!

Doch das war noch nicht alles, was Wicker Park in dieser Hinsicht zu bieten hatte. Nur 5 Gehminuten weiter befindet sich „Stash“. Sneaker-Freunde wissen Bescheid. Der Clou des mit einer riesigen Sneaker-Wand ausgestatteten Shops ist seine kleine Schatzkammer, die auf Wunsch geöffnet wird. In wie vielen Schuhläden hängt schon ein goldener Kronleuchter? Das hatte schon was. Dazu natürlich ein bisschen Sneaker Porn, nice! Ebenfalls in Wicker Park befindet sich die RSVP Gallery. In einem recht unscheinbaren Haus verkaufen die Jungs im Untergeschoss teure, exklusive Streetwear-Mode und die dazu passenden Spielzeuge. Ein Fotoband von Kate Moss hat uns besonders beeindruckt 😉 KAWS-Figuren, StreetCulture-Gadgets und Klamotten von Comme des Garcons, A.P.C. oder BBC können hier gegen das entsprechende Kleingeld eingepackt werden. Das ganze Konzept des Ladens, der mehr Showroom und Gallerie ist, hat uns echt überzeugt. Nur gekauft haben wir dann am Ende doch nichts. Wer wie wir Krimskrams mag, für den lohnt ein Besuch des „Boring Store“ auf der Milwaukee Ave.

Weiter ging’s nach Downtown Chicago. Die City hat neben dem obligatorischen Niketown auch noch weitere Adressen für Turnschuhfreunde zu bieten. Auf der South Michigan Avenue ganz in der Nähe des Lake Michigan ist „Succezz“ zu Hause. Das Ladenkonzept ist in dieser Form wohl einzigartig. So sind die Schuhe und Klamotten nicht nach Marken sondern nach Farben geordnet. Leider ist das auch etwas unübersichtlich, wenn man etwas Bestimmtes sucht. Dafür waren die Succezz-Jungs supernett. Einer musste sogar unbedingt ein Foto von meinen Flyknits machen. Das ist mir auch noch nicht passiert. Echte Schäppchen fanden wir hier aber nicht. Eher kosteten viele Modelle 10-20 Prozent mehr als anderswo. Warum weiß ich auch nicht. Eine weitere Adresse ist „LDRS“, das etwas abseits der großen Einkaufsstraßen im Norden der Innenstadt liegt. Hier dürften wir nur drei Fotos machen, was vermutlich mit den im Store ausgestellten Bildern zusammenhing. Die können für mehrere Tausend Dollar auch gekauft werden.

Was wäre ein Chicago-Aufenthalt ohne Basketball? Da die Bulls während unserer Zeit leider nur ein Auswärtsspiel gegen die Brooklyn Nets hatten, blieb es bei einem Besuch des United Center. Und dazu gehört ein Schnappschuss vor der Michael Jordan-Statue, die man nicht verfehlen kann. Das ein oder andere Bulls-Souvenir haben wir dann auch mitgenommen, die Teamfarben sind uns als Kölner ohnehin sehr sympathisch. Geschaut wurden die allabendlichen Playoffs dann entweder entspannt in der Wohnung oder in den Sportsbars von Wicker Park. Leider haben die Bulls ihr Spiel gegen die Nets verloren, was die Stimmung etwas dämpfte. Getrunken wurde trotzdem und ich weiß jetzt, dass ich mir für die nächste Saison einen NBA League-Pass zulegen muss (ist bereits geschehen).

Was haben wir sonst noch so in Chicago erlebt? Das wohl beste Frühstück samt Nachtisch (probiert die Cakeballs und das Cheesecake-Brownie) bei Westtown im Ukrainian Village, ein grandioses Stück Fleisch im Michael Jordan-Steakhouse, das Musical der South Park-Macher „The Book of Mormon“ (in der Hölle warten Jeffrey Dahmer, Hitler und Starbucks auf uns), pinke Flamingos im Lincoln Zoo, viele angenehm verrückte Menschen, einen fast kompletten Sizerun des „Kill Bill“-Saga bei Nordstrom (wtf?) und ein Traumwetter.

Nur Obama war scheinbar nicht da. Na ja beim nächsten Mal vielleicht.

M.



Natürlich ist New York als Sneaker-Junkie so ziemlich der beste Ort, den man sich vorstellen kann. Das Angebot an Shops und die Liebe der New Yorker für die Sneaker-Kultur ist im ersten Moment überwältigend. Als Ausgangspunkt für Entdeckungstouren rund um Turnschuhe und Street Fashion können wir SoHo bzw. den Süden Manhattans empfehlen. Am besten läuft man den Broadway von Tribeca aus Richtung Norden. Noch südlich der Canal Street finden sich einige bei uns nicht so bekannte Stores, die aber ziemlich gut sortiert sind. Einer davon ist Transit, der so ziemlich alle Neuheiten von Nike (ausgenommen Quickstrikes), Jordan und Asics führt. Hier entdeckten wir auch noch den Roshe im „Yeezy“-CW, allerdings zum Resellerpreis von 199 Dollar (da war sogar Flight Club günstiger, haha).

Einer der größeren, überall in New York anzutreffenden Ketten ist David Z., die neben normalen Schuhwerk auch Asics und einige New Balance-Modelle wie den 574 führen. Hier finden sich am Broadway in SoHo und NoHo gleich mehrere Filialen. In einer konnten wir den Kill Bill-Saga in einer der letzten Größen ergattern. Der Verkäufer holte den passenden Schuh sogar noch aus einem anderen Shop – das war mal ein super Service! Es war unser erster von mehreren Lucky Buys.

Ebenfalls am Broadway in NoHo liegt Zacky’s, die vor allem eine grosse Auswahl an Roshes-CWs und Runner führen. Auch fanden sich dort wieder einige echte Sale-Schnapper wie den dunkelroten Air Max 1 EM für 69 Dollar. Den Solarsoft Moc Woven hat der Mann von hier mitgenommen. Leider waren die Roshes dieses Mal nicht reduziert, wobei die regulären 70 Dollar aber immer noch ein fairer Preis bei aktuellem Wechselkurs sind.

Nur wenige Blocks entfernt von Zacky’s liegt der Heilige Gral aller NY-Sneaker-Touristen: Flight Club. Über den Laden ist bereits so viel geschrieben worden, dass wir es kurz machen. Natürlich ist ein Besuch Pflicht. Schon die imposante Wand aus Hunderten Modellen sucht ihresgleichen. Die Verkäufer sind gelegentlich etwas gelangweilt, was angesichts der Besuchermassen aber verständlich ist. Dieses Mal können wir uns über die Jungs und Mädels jedoch nicht beschweren. Und ohne ein neues Paar haben wir die Kathedrale auch nicht verlassen.

Wer bei Flight Club war, der besucht fast zwangsläufig auch Kith. Schon die räumliche Nähe fordert dazu auf. Der eine von zwei Läden des gleichermaßen verehrten wie verhassten Ronnie Fieg besitzt zwar eine stylische Einrichtung samt blauem Neonlicht, ist von seinem Angebot aber nicht wirklich herausragend (die RF-Releases einmal ausgenommen). Der angeschlossene Klamottenladen namens Atrium bietet dafür eine recht gute Auswahl bekannter Marken. Die sehr bequemen Sureshot Hosen der australischen Marke Zanerobe zum Beispiel, von denen sich der Mann eine gönnte.

Im East Village findet sich recht versteckt DQM – Dave’s Quality Meat, die für ihre Nike-Collabos und Eigenkreationen bekannt sind. Sneakertechnisch kommen hier Nike SB-Fans auf ihre Kosten. Accessoires wie Herschel-Bags und die sehr angenehmen DQM-Shirts sind ebenfalls einen Blick und ihre Dollar wert. Auch sind die Jungs sehr freundlich und hilfsbereit.

Wohl fühlten wir uns auch bei Reed Space auf der Lower East Side. Der Shop ist sehr stylisch eingerichtet und kann von zwei Seiten aus betreten werden. Gleich nebenan findet sich zudem ein kleines Outlet. Neben Street-Culture-Magazinen und Büchern hat Reed Space einige verrückte Gadgets wie die Sneaker-Kissen im Angebot, dazu noch ein kleines Sneaker-Sortiment und Klamotten z.B. von Stüssy, OriginalFake und Staple. Sollte man mal gesehen haben.

So ruhig und entspannt es bei Reed Space und DQM zugeht, so busy kann es im New Balance Flagshipstore an der Fith Avenue (Höhe 20. Strasse) werden. Der Store führt nicht nur die neuesten Made in USA-Modelle sondern besitzt darüber hinaus eine kleine Produktionswerkstatt, in der wir uns Schritt für Schritt die Fertigung eines New Balance ansehen konnten. Das war schon interessant. Und von allem darf man so viele Fotos machen wie man möchte. Letzteres ist keineswegs selbstverständlich wie die Beispiele Bape und ARC beweisen. Hier darf man nur Sehen und Staunen, wobei das eher schwer fällt. Denn der auf der gleichnamigen Rivington Street ansässige Club führt nur einige Standard-Nike-Modelle und lebt ansonsten von seinem guten Namen. Auch der Gag mit der Klingel, die man betätigen muss ehe sich die Tür zum geradezu winzigen Shop mit seinen Glasvitrinen öffnet, ist nicht wirklich der Hit.

Zwischen Broadway und Lafayette Street findet sich auf der Spring Street mit Premium Laces ein weiterer Sneaker-Laden mit vielen neuen Modellen von Nike bis New Balance. Auch wenn wir hier nichts gefunden haben, kann man die Adresse bei einem Rundgang durch SoHo durchaus mal mitnehmen. Über den benachbarten Supreme-Store schweigen wir lieber. Supreme scheint längst keine Marke mehr zu sein, die man nüchtern beurteilen kann. Es ist wohl mehr eine Glaubensfrage.

Unbedingt erwähnen möchten wir hingegen 21 Mercer in der gleichnamigen Strasse in SoHo. Nike-Junkies bekommen hier das, was sie wollen. Sämtliche Quickstrikes und Tier-0-Releases kommen früher oder später hier her und sind dann meist in wenigen Stunden ausverkauft. Auch verfügt der Laden über ein Nike ID-Studio. So konnten wir bereits einige Ergebnisse der neuen Roshes IDs bestaunen. In der Zeit, in der wir in New York waren, verging kaum ein Tag, an dem keine neue Ware bei 21 Mercer eintraf. Einige der neuen Racer und Flyknits sahen schon übergut aus (mehr dazu in einem späteren Post). Für uns jedenfalls ein Muss.

Für Schnäppchenjäger kann schließlich ein Besuch bei Nordstrom Rack am Union Square lohnen. Der Sale-Ableger der bekannten Kaufhauskette ist mit TK Maxx zu vergleichen und bietet in unregelmäßigen Abständen auch Passendes für Sneaker-Fans. Während unseres Aufenthalts entdeckten wir aber nur einige auf 50 Dollar reduzierten Solarsofts und Lunargrand Chukkas für 179 Dollar. Ansonsten war das Angebot an Sneakern eher mau. Hier ist wohl nicht zuletzt Glück beim Timing gefragt.

Weitere interessante Sneaker-Adressen sind natürlich Niketown am Central Park und West NYC auf der Upper West Side (72.Strasse). Bei West gibt es regelmäßig satte Rabatte auf Restgrößen. Dazu führen die Jungs verschiedene Shirts und Crewnecks mit ihrem Logo.

Damit endet unsere Sneaker-Rundgang durch New York. Weiter geht es schon bald in Chicago, das ebenfalls einiges zu bieten hat.

E. & M.

Der Grund, weshalb es in den letzten Tagen hier etwas ruhiger war, ist schnell erklärt. Wir waren unterwegs. Das Ziel unserer Reise waren die USA. Zuerst ging es nach New York, im Anschluss daran nach Chicago (dazu in den nächsten Tagen mehr). Wer über einen NY-Trip nachdenkt, dem können wir nur eine Buchung über Airbnb empfehlen. Angesichts der horrenden Hotelpreise selbst für eher zweitklassige Adressen ist die Wahl eines privaten Zimmers oder Apartments die bessere und günstigere Wahl. Wir waren nun bereits zum zweiten Mal bei Brian in SoHo/Chinatown gelandet und würden wohl nirgendwo anders mehr übernachten wollen. SoHo ist nicht touristisch nicht ganz so überlaufen wie Midtown Manhattan, dazu finden sich hier viele Shops und Bars, die unseren Geschmack treffen. Schließlich macht People Watching hier einfach am meisten Spass (Künstler, Freaks, Supermodels wohin man blickt).

Bevor wir später natürlich noch zu den von uns besuchten Sneaker Hotspots kommen, zunächst ein paar NY-Tipps und Anekdoten abseits unserer größten Leidenschaft. Natürlich sind Viertel wie SoHo, NoHo, Greenwich, die Lower East Side und das alternative East Village nur begrenzt repräsentativ für die USA – im Gegenteil. Vieles fühlt sich hier ziemlich europäisch an und doch spürt man immer, dass man sich in Amerika befindet. Es ist wohl diese Mischung, die uns an dieser Gegend besonders gefällt. Aber auch Abstecher nach Brooklyn, das in den letzten Jahren sich ziemlich gemacht hat, oder Harlem gehören für uns zu einer New York-Reise einfach dazu.

Zum Frühstücken oder Brunchen können wir vor allem die unamerikanischen Diner empfehlen. In Greenwich ist es das Waverly, das mit Essen und Atmosphäre überzeugt. Ebenfalls lohnt ein Besuch des Moonstruck in Chelsea, wo man den einen oder anderen TV- und Filmstar entdecken kann. Wer lieber einen Mix aus französischem und marokkanischem Frühstück bevorzugt, für den ist das Café Gitane in SoHo eine gute Wahl. Dort gibt es ziemlich fluffige Croissants und ein noch besseres Granola. Dazu kostenloses Sehen und Gesehen werden – entsprechend gut besucht ist das kleine Café, das zu den Lieblingsadressen vieler junger SoHo-ianer (?) zählt. Eine Strasse weiter in der Elizabeth Street befindet sich das Café Habana, das kubanische Spezialitäten samt Bohnen als Beilage bereits zum Frühstück anbietet. Aber auch die Cocktails am Abend sind ordentlich und für New Yorker-Verhältnisse nicht zu teuer. Unser Lieblingsplatz am Morgen ist jedoch das Veselka im East Village. Hier wird beste osteuropäische Küche in einer wunderbar entspannten und fast schon familiären Atmosphäre geboten. Die mit Quark gefüllten Blintzes – eine Art Pfannkuchen – sind nomnomnom. Auch superlecker: Die mit Kielbasa-Wurst gefüllten Omelettes. Allein schon um den Meatball Sandwich zu testen, müssen wir noch mal nach New York.

Für den Hunger zwischendurch sollte man bei BurgerJoint NY einkehren. Nach dem großen Erfolg ihres kleinen Ladens im Le Meridien Hotel in Midtown hatte erst vor wenigen Tagen ein zweites BurgerJoint in Greenwich aufgemacht. Diese Nachricht scheint sich noch nicht ganz rumgesprochen zu haben, zumindest war der Laden bei unserem Besuch recht leer. Hier beschränkt man sich auf das Wesentliche: Als Gast hat man die Wahl zwischen Hamburger und Cheeseburger – mehr nicht. Wer mag, kann die ebenfalls hausgemachten Fritten dazu nehmen oder einen Milkshake. Die mehrfach ausgezeichneten Burger können den Vergleich mit denen von Shake Burger locker aufnehmen. Für grandiose Cupkakes und Kuchen ist Magnolia Bakery bekannt. Beides können wir nach einem Selbstversuch voll und ganz bestätigen. Schon allein wegen „Harry & Sally“ und den superleckeren Pastrami-Sandwiches (Kostenpunkt: 15 Dollar) sollte man mal bei Katz’s Delicatessen vorbeigeschaut haben.

Abends waren wir oft im Spring Street Natural Restaurant an der Ecke zur Lafayette Street in SoHo. Alle Zutaten sind hier garantiert bio und frisch. Das schmeckt man. Natürlich ist das Essen etwas teurer als im Diner oder bei BurgerJoint. Und nach dem Dinner kann man in der Randolph Bar in der Broome Street oder der Apotheke in Chinatown ein oder zwei Drinks nehmen. Für die Apotheke sollte man aber das „Password of the Month“ beim Einlass kennen (einfach deren Twitter-Account verfolgen).

New York ist als Metropole so groß und abwechslungsreich, das eigentlich jeder für sich dort etwas Besonderes entdecken kann. Mit der ganz normalen MetroCard kann man zum Beispiel die Seilbahn nach Roosevelt Island nehmen, von wo aus man einen guten Ausblick auf die Queensboro-Brücke und den Osten Manhattans hat. Ein etwas anderes Park-Feeling bietet die High Line im Meatpacking District. Hier wurden die alten Eisenbahnschienen zu einem Hochgarten umfunktioniert. In mehreren Metern Höhe kann man nun durch das inzwischen von Künstlern und hippen Gallerien bevölkerte Viertel spazieren und dabei jede Menge Street Art entdecken. Bei schönem Wetter lässt es sich im Washington Square Park zwischen echten New Yorkern wunderbar relaxen und wen als Kölner das Heimweh überkommt, sollte in Brooklyn die Kölner Bierhalle besuchen. Dank unseres Einsatzes hängt dort an der Bar ab sofort ein echter Effzeh-Schal. Wenn bei Eurem Stop zufällig Brian hinter der Bar steht, vergesst nicht, ihn von uns zu grüssen.

Damit endet der erste Teil unseres kleinen New York-Berichts. In der Fortsetzung erwartet Euch dann (endlich) jede Menge Sneaker-Content!

E. & M.

 

Der eine oder andere wird es mitbekommen haben: Wir waren in den USA – erst New York, dann Chicago. Aus der Windy City habe ich den Air Max 95 aus dem „Beaches of Rio“-Pack mitgebracht. Mit diesem möchte Nike ein Jahr vor der Fußball-WM in Brasilien das Strandgefühl der Copacabana an unsere Füße bringen. Und in der Tat machen die bunten, knalligen CWs Lust auf Sonne und Strand. Der Clou liegt abseits der auffälligen Farbwahl vor allem im verwendeten Material. Nach der Einführung zu Jahresbeginn setzt Nike auch hier auf ein „Engineered Mesh“-Upper, was besonders luftdurchlässig ist und damit selbst an heißeren Tagen noch angenehm zu tragen ist (der Roshe bleibt jedoch unangefochten unser Favorit für den Sommer).

Bei Diana Shoes entdeckte ich recht überraschend schon vor gut zwei Wochen besagten „Beaches of Rio“-AM95 und war sofort ziemlich angefixt. Dass Nike die Farbgestaltung gegenüber den ersten Bilder offenbar von weiß auf dunkelblau abändern ließ, fiel mir erst später auf. Ich bin mir nicht ganz sicher, welche Version die bessere ist. In jedem Fall ist die Entscheidung zugunsten des gedeckteren Navy-Tons durchaus nachvollziehbar. So bildet der Schuh einen Kontrast zu den anderen vier, deutlich auffälligeren Modellen, die nicht so ganz meinen Geschmack treffen. Geblieben ist hingegen die gesprenkelte Midsole – finde ich super – und die orange-pinke Zunge. Die orangenen Luftpolster sind ebenfalls an das Sommer- und Strand-Thema angepasst. Optisch ist dieser 95er somit ein echtes Highlight, das vielleicht auch Skeptiker des Modells überzeugen könnte.

Über das Tragegefühl braucht man nicht viele Worte verlieren. Das war beim 95er schon immer einzigartig. Warum der Schuh in Deutschland dennoch auf so wenig Interesse stößt, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Es könnte mit seiner markanten Silhouette zusammenhängen, die manchen als zu wuchtig erscheint. Aber gerade in diesem CW wirkt der Schuh nicht „schwerer“ als andere Air Max. Unsere Bilder, die alle noch bei Sommer-Wetter in Chicago entstanden sind, sind hierfür hoffentlich Beweis genug.

Das gesamte Pack erscheint kommenden Freitag bei den bekannten Adressen.

M.

Asiaten sind vermutlich die größten Markenfetischisten, die es gibt. Das zeigte sich auch während unseres letzten Asienurlaubs. Es dominieren westliche Nobelmarken und Designer.Im Streetwear-Bereich ist hier ebenfalls Supreme das Maß aller Dinge. Als wir in Kuala Lumpur nach interessanten Shops Ausschau hielten, wurden wir in dem auf den ersten Blick eher etwas zu sehr auf den Massengeschmack ausgelegtem Sungei-Wang-Plaza im Herzen von KLs Shopping-Distrikts Golden Triangle fündig. Boundlezz heißt der von außen kleine, unscheinbare Laden, der sich zwischen drittklassigen Schuhshops im Deichmann-Look und unzähligen Nagelstudios (!) versteckt.

Da wir die einzigen Kunden waren, kamen wir mit Adam von Boundlezz schnell ins Gespräch. Mit viel Begeisterung zeigte er uns sein aktuelles Sortiment, das vor allem Supreme-Sachen sowie Sneaker von Vans umfasste. Asiaten lieben Vans und angesprochen auf Deutschland natürlich auch Labels wie Adidas. Vor allem ältere Sachen, die noch „Made in West Germany“ sind, so Adam, der sich später als Rammstein-Fan outete. Offenbar sind Rammstein echt weltweit bekannt. Wir entdeckten unter den Schuhen sogar ein Visvim-Modell, das mit umgerechnet 650 € den Visvim-typischen Preis aufwies. Boundlezz selbst hat auch bereits einen eigenen Sandalen-artigen Schuh kreiert, dessen Design sicherlich Geschmackssache ist. Auffallend waren vor allem die bunten Caps eines taiwanesischen Labels, die mal mit Fischen und mal mit Chilischoten bedruckt waren.

Auch wenn wir am Ende nichts gekauft haben, war die Begegnung mit Adam echt interessant. So haben wir gleich etwas darüber erfahren, wie die asiatischen Hipster so ticken, hihi. Wer die Chance hat, ein paar Tage in KL zu sein, sollte hier mal vorbeischauen. KLs anderen Streetwear-Hotspot Sole What? mussten wir aus Zeitgründen leider auslassen. Dafür ging es später noch zu Limited Edt. nach Singapur.

Adam, if you read this: Enjoyed the visit at Boundlezz a lot. We wish you all the best for your store & your future plans. Rock on with Rammstein 😉

E. & M.

Wer als Sneakerhead Singapur verlässt ohne bei einem der vier Shops von Limited Edt gewesen zu sein, darf sich eine Runde schämen. Unseren verkürzten Aufenthalt wollten wir mit einem Besuch bei dem Laden im „313 @ Somerset“-Einkaufszentrum beschließen. Limited Edt Vault besitzt vielleicht nicht die größte Modell- und Markenauswahl, dafür sind die meisten Schuhe limitiert oder anderswo längst ausverkauft. So wie der neueste Shop, die „Chamber“, über einen besonderen Verkaufsraum nur für VIP-Mitglieder verfügt, so macht auch die “Vault“ ihren Namen alle Ehre. Hinter einer dicken Tresortür bewahrt der Shop eine Reihe ganz besonderer Sneakerschätze auf. Das Konzept gefällt und ist uns so noch nirgendwo sonst begegnet. In jedem Fall ziehen einen die Tür und ihr Inhalt fast schon magisch an.

An aktuellen Modellen gab es u.a. die beiden neuen Premium-CWs des Roshe Run, die gesamte Palette an „Made in USA“-New Balances sowie drei neue Lunar Flow Woven-Quickstrikes. Der „XIer Bred“ war aber selbst hier längst ausverkauft, was eine Notiz an der Eingangstür schon frühzeitig allen noch hoffenden Jordan-Fans signalisierte. Dass Jeremy Scott in Asien besonders populär ist, belegte das große Arsenal an JS-Designs. An Sale-Angeboten gab es nicht wirklich etwas, das uns begeistern konnte. Da war Kuala Lumpur vorne. Am Ende entdeckte die Frau aber noch ein ziemlich chices Stüssy-Shirt, das ich mir zusammen mit zwei Paar Stance-Socken – in Deutschland ist schließlich noch Winter – einpacken ließ. Beim nächsten Singapur-Trip werden wir sicher mal bei den anderen Limited-Edt-Läden vorbeischauen. Bis dahin verfolgen wir aus der Ferne, was die Jungs an Ideen, Projekten und Collabos so alles austüfteln. Sneaker-Freunden, die in Singapur sind, sei zudem das sehr auf Sportswear ausgerichtete Queensway Shopping Centre ans Herz gelegt.

M.